Sie sind hier:
  • Startseite
  • Aktuelles
  • UNESCO-Welterbe für die nächsten Generationen: Mitgestaltung und Beteiligung junger Menschen

UNESCO-Welterbe für die nächsten Generationen: Mitgestaltung und Beteiligung junger Menschen

Jahrestagung des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. und der Deutschen UNESCO-Kommission

Gruppenfoto: Jahrestagung der UNESCO-Welterbestätten in Trier
Gruppenfoto: Jahrestagung der UNESCO-Welterbestätten in Trier

Vom 19. bis 21. Mai 2026 kamen die Vertreterinnen und Vertreter der 55 deutschen UNESCO-Welterbestätten in Trier zusammen. Im Fokus stand die Frage, wie das kulturelle Erbe lebendig und lebensnah an die kommenden Generationen vermittelt werden kann. Zu der gemeinsamen Jahrestagung hatten die Deutsche UNESCO-Kommission und UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. eingeladen. Unter dem Leitgedanken "Erleben.Mitgestalten.Weitertragen – Unser (Welt)Erbe für die nächsten Generationen" widmete sich die Tagung innovativen Ansätzen, um insbesondere junge Menschen nicht nur als Besuchende, sondern als aktive Mitgestaltende des Welterbes zu gewinnen. Dialog, zielgerichtete Ansprache und die aktive Einbindung lokaler Gemeinschaften standen dabei im Mittelpunkt.

Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission: "Welterbe ist kein Selbstzweck. Es entfaltet seine Kraft dort, wo es erlebt, mitgestaltet und im Geist des Friedensauftrags der UNESCO weitergetragen wird. Gerade in Zeiten großer Veränderungen ist der Dialog mit der Gesellschaft und den Menschen in anderen Ländern wichtiger denn je. Damit Welterbe auch in Zukunft wirksam bleibt, müssen neue Vermittlungswege gemeinsam mit den Menschen entwickelt werden, die wir dafür gewinnen wollen."

Jahrestagung der UNESCO-Welterbestätten
Jahrestagung der UNESCO-Welterbestätten

Höhepunkte des Programms

Ziel der Tagung war es, neue Impulse für eine generationenübergreifende Welterbearbeit sowie eine verantwortungsbewusste und moderne Tourismusentwicklung zu setzen.
Begonnen hatte sie unter anderem mit einer Keynote von Prof. Daniel Gilgen, Professor für Medienräume und Leiter des Studiengangs Intermedia Design an der Hochschule Trier. Er beleuchtete die Rolle von Interaktion und Partizipation für ein lebendiges Welterbe. Die Teilnehmenden absolvierten ein umfangreiches Fachprogramm mit Impulsvorträgen, Praxisbeispielen und Workshops. Themen waren unter anderem Community Involvement, neue Kommunikationsstrategien über soziale Medien, Gamification sowie innovative Bildungsformate wie zum Beispiel die "Welterbe-Scouts Trier", eine stufenübergreifende AG des Auguste-Victoria-Gymnasiums Trier in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. In interaktiven und vertiefenden Workshop-Sessions entwickelten die Teilnehmenden im Anschluss Strategien für eine zukunftsorientierte Welterbearbeit. Hierbei wurden die drei Schlagworte Erleben, Mitgestalten und Weitertragen in Bezug zu analogen und digitalen Vermittlungsmethoden gesetzt. Fachexkursionen zu den Trierer Welterbestätten sowie ein feierlicher Schlussakkord im Trierer Dom rundeten die Veranstaltung ab.

Dass die Tagung in Trier stattfand, war kein Zufall: Vor 40 Jahren, am 28.11.1986, wurden die Römischen Baudenkmale, der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Dies bot nicht nur eine eindrucksvolle Kulisse für die Tagung, sondern verband den jahrzehntelang in der Stadt verankerten Welterbe-Gedanken auch mit der modernen Stadt- und Tourismusentwicklung.

Rathaus Bremen · Jonas Ginter