In der Unteren Halle des Bremer Rathauses wird ein Welterbeinformationszentrum zum UNESCO-Welterbe Bremer Rathaus und Roland entstehen. Mit der Einrichtung des Zentrums kommt die Stadt dem Vermittlungs- und Informationsauftrag nach, der – neben der Verpflichtung zum Erhalt der Welterbestätte – mit der Verleihung des UNESCO-Welterbetitels verbunden ist. Ziel ist eine attraktive und multimediale Vermittlung, warum Rathaus und Roland Welterbe der Menschheit sind, welche internationalen, nationalen und regionalen Verbindungen es gibt und was hinter dieser Auszeichnung steht. Außerdem sollen in Zukunft alle geführten Besuchergruppen durch Rathaus und Ratskeller in der Unteren Halle starten. Die Bundesregierung unterstützt die Errichtung finanziell. Die Eröffnung des Welterbeinformationszentrums ist für Ende 2027 geplant.
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Die Untere Halle war Thema im Parlament - FDP-Frage in der Bürgerschaft
23. Juni 2026
Die Bremische Bürgerschaft (Stadtbürgerschaft) hat sich am 23. Juni 2026 in der Fragestunde mit dem geplanten Welterbeinformationszentrum befasst:
"Anfrage 9: Untere Rathaushalle: Wie geht es mit dem Welterbezentrum weiter?
Anfrage der Abgeordneten Ole Humpich, Thore Schäck und Fraktion der FDP vom 12. Mai 2026
Wir fragen den Senat:
1. Wie bewertet der Senat die Kritik des Beirats Mitte, bei der Nutzungsänderung der Unteren Rathaushalle nicht ausreichend beteiligt zu sein?
2. Inwiefern ist geplant, Beirat und Bürgerinitiative bei der weiteren Entwicklung des Welterbezentrums miteinzubeziehen und eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen?
3. Warum haben sich die Gespräche mit dem Bund verzögert, und wann ist mit der Förderzusage zu rechnen?"
Auf die Anfrage hat Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte folgende Antwort gegeben:
Zu Frage 1:
Das Konzept für die zukünftige Nutzung der Unteren Halle als Welterbeinformationszentrum wurde im Frühjahr 2024 nach Gesprächen mit dem Beirat Mitte und der Bürgerinitiative sowie dem entsprechenden Beiratsbeschluss vom 5. März 2024 angepasst. Eine Rückmeldung an den Beirat ist am 28. Mai 2024 erfolgt. Statt der ursprünglich geplanten, vollflächigen Dauerausstellung ist jetzt ein Konzept mit Willkommensbereich, Dauerausstellung und Raum für wechselnde Veranstaltungsformate geplant. Hierzu können beispielsweise Vorträge, Diskussionen, Ausstellungen, Workshops oder Schulprojekte gehören. Am 26. Mai 2025 hat die Senatskanzlei dem Bauausschuss des Beirats Mitte darüber berichtet. In der öffentlichen Sitzung des Beirats Mitte am 21. April 2026 wurde der aktuelle Projektstand präsentiert und im Anschluss Fragen von Beiratsmitgliedern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern beantwortet.
Zu Frage 2:
Konzeption und Einrichtung des Welterbeinformationszentrums sollen über eine Fachagentur für Ausstellungsgestaltung erarbeitet und umgesetzt werden. Eine entsprechende europaweite Ausschreibung ist zurzeit in Vorbereitung. Die Auswahl des Gewinnerkonzepts soll durch eine Jury erfolgen, an der auch der Beirat und die Bürgerinitiative beteiligt werden.
Zu Frage 3:
Aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahlen und der nachfolgenden haushaltslosen Zeit konnte die Förderstelle des Bevollmächtigten für Kultur und Medien beim Bund das notwendige Koordinierungsgespräch erst am 29. Oktober 2025 einrichten. Das Protokoll mit der Festlegung der einzureichenden Antragsunterlagen hat die Senatskanzlei am 13. April 2026 erhalten. In Zusammenarbeit mit Immobilien Bremen werden die nötigen Dokumente zurzeit erstellt. Der Zeitrahmen bis zur förmlichen Förderzusage ist dann abhängig vom Bearbeitungsfortschritt der Förderstelle.
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Wem gehört unser Rathaus? Podiumsdiskussion: Untere Rathaushalle als Begegnungsort innerhalb des Weltkulturerbes
5. Juni 2026
Vertreterinnen und Vertreter der Kultur- und Kommunalpolitik, der Senatskanzlei sowie ein Mitglied der Bürgerinitiative über die Zukunft der Unteren Rathaushalle und ihre traditionsreiche Rolle als Ort der Begegnung und des Austauschs:
− Helga Trüpel, Vorstands-Mitglied der Deutschen UNESCO- Kulturkommission
− Anna Kreuzer, Beiratssprecherin Beirat Mitte, Stadtplanerin
− Astrid Vortkamp, Senatskanzlei Bremen, Projektleitung Welterbe- Besucherzentrum
− Ulrich Ruwe, Architekt, Mitglied der Bürgerinitiative Untere Rathaushalle
Veranstaltung am 15. Juni 2026, 19:00 Uhr
Ort: Kapitelsaal, Domsheide 8
Impulsvortrag: Rainald Manthe
Moderation: Dr. Martin Busch, Journalist und Soziolog
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Die nächsten Schritte – Auf dem Weg zum Welterbeinformationszentrum in der Unteren Halle
6. Januar 2026
Wie geht es weiter mit dem geplanten Welterbeinformationszentrum in der Unteren Halle des Rathauses? Diese Frage stellte unter anderem der Weser Kurier in einem Artikel am 28. November 2025. Und auch in der Jahresmitgliederversammlung des Vereins zur Förderung des Welterbes Rathaus und Roland in Bremen e.V. stand das Thema auf der Tagesordnung. Der Chef der Senatskanzlei, Staatsrat Thomas Ehmke, erläuterte dort ausführlich den Sachstand und die weiteren Schritte. So hat das Ende der Ampelkoalition Ende 2024 und die vorgezogene Bundestagswahl Anfang 2025 auch Auswirkungen auf das Bremer Projekt gehabt. Durch verzögerte Beschlüsse zum Bundeshaushalt konnte die Förderstelle des Bundes nicht entscheiden und den vorzeitigen Maßnahmenbeginn für das Informationszentrum auch noch nicht genehmigen. Damit war der ursprüngliche Zeitplan nicht zu halten. Der endgültige Zuwendungsbescheid wird nun für Anfang 2026 erwartet. Danach können dann zügig die Ausschreibung und auch bauliche Maßnahmen beginnen, geplant ist ein „Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb.“ Die dafür notwendigen Vorbereitungsarbeiten bereits erfolgt. Das Geld ist bei Bund und Land vorhanden, es fehlt nur noch der formale Förderbescheid.
Der Senat steht für ein Informationszentrum mit drei Funktionen:
1. Willkommensbereich mit Infopoint, Ticketverkauf für Rathausführungen, zentraler Treff für alle Besuchergruppen durch das Haus
2. Dauerausstellung zum Thema UNESCO-Welterbe und den Bremer Bezügen
3. Flexibler Veranstaltungsbereich, in dem - soweit möglich und angepasst an die neuen Rahmenbedingungen - auch die bisherigen Veranstaltungsformte sich wiederfinden können
Das Informationszentrum wird zum Tag der Deutschen Einheit rund um den 3. Oktober 2026 nicht fertig sein. Die Freie Hansestadt Bremen ist in 2026 Ausrichter des Nationalfeiertages mit Festakt und einem Bürgerfest in der Innenstadt. Es ist geplant das Rathaus zu öffnen und dort die Pläne oder ein Teilprojekt zu präsentieren. Die Eröffnung des Welterbeinformationszentrums ist dann für Ende 2027 geplant.
in der Unteren Halle des Bremer Rathauses entstehen soll. Es soll über das Rathaus als Weltkulturerbe informieren.
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Der Bürgermeister zur Unteren Halle: Am Ende werden alle profitieren
13. September 2024
In seinem Newsletter vom 13. September 2024 erklärte Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte den aktuellen Sachstand zur Einrichtung eines UNESCO-Informationszentrums in der Unteren Halle des Alten Rathauses von 1405:
"Was wird aus der Unteren Halle im Bremer Rathaus? Bleibt sie so, wie wir sie seit vielen Jahrzehnten kennen, oder wagen wir den Schritt zu einer Veränderung? Bietet sie auch in Zukunft Platz für Kunst, Soziales und Kunsthandwerk oder wird sie zum Informationszentrum für unser Welterbe und erklärt, warum Rathaus und Roland von der UNESCO vor 20 Jahren ausgezeichnet worden sind? Oder ist vielleicht ein Kompromiss möglich, also eine Nutzung der Unteren Halle als Ausstellungsraum und Informationszentrum gleichermaßen? Ich bekenne: Die Kompromisslösung, das ist mein Favorit.
Warum? Vier Punkte sind für mich dabei entscheidend.
Alle drei Funktionen in der Unteren Halle, das erfordert Kompromissbereitschaft. Aber ich bin überzeugt davon: Am Ende werden alle profitieren. Rathaus und Roland – weil über das Welterbe an einem Ort informiert wird. Die Besucherinnen und Besucher des Rathauses – weil sie nicht mehr im Regen auf den Beginn der Führung warten müssen. Und auch die Ausstellerinnen und Aussteller der Unteren Halle. Ja, sie werden weniger Fläche als bislang zur Verfügung haben, aber sie werden an ihrem angestammten Platz noch vertreten sein. Die Senatskanzlei wird im kommenden Jahr einen Wettbewerb starten für das beste Konzept, das alles zusammen denken soll. Ich bin gespannt, was die Fachleute uns empfehlen werden.
Ihr Andreas Bovenschulte."
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Das Bremer Rathaus und der Roland sind gemeinsam im Juli 2004 in die Welterbeliste aufgenommen worden. Die UNESCO würdigt damit dieses Ensemble als ein "einzigartiges Zeugnis" für die Entwicklung von bürgerlicher Autonomie und Marktrechten, wie diese sich im Laufe von Jahrhunderten in Europa herausformten.
Bremen plant ein UNESCO-Informationszentrum Welterbe Rathaus und Roland, welches nach jetziger Planung im Jahr 2026 eröffnet werden soll. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: "Die Koalition wird ein Welterbe-Zentrum in der Unteren Rathaushalle realisieren."
Mit der Einrichtung des Besucherzentrums erfüllt die Stadt den Vermittlungs- und Informationsauftrag, der – neben der Verpflichtung zum Erhalt der Welterbestätte – mit der Verleihung des Titels UNESCO-Welterbe verbunden ist. Es gilt anschaulich zu vermitteln, warum Rathaus und Roland Welterbe der Menschheit sind, welche internationalen, nationalen und regionalen Verbindungen es gibt und was hinter dieser Auszeichnung steht.
Mit dem Informationszentrum wird auch ein neuer Anziehungspunkt für Bremerinnen und Bremer sowie die Gäste der Stadt geschaffen. Das Besondere: Das Zentrum wird in dem unter Schutz stehenden Rathaus selbst eingerichtet. Als Räumlichkeit wird die aktuell nur temporär genutzte Untere Halle dienen, deren besondere historische Architektur komplett erhalten und besser inszeniert wird. Während Gäste des Rathauses bisher ausschließlich im Rahmen von Führungen kleiner Gruppen und Veranstaltungen Einblicke in das Haus und die bremische Geschichte vermittelt bekamen, können sie das Welterbe in Zukunft in der Unteren Halle dauerhaft, authentisch und unmittelbar – also auch ohne Führung – erleben. Im Klartext ein attraktives und 52 Wochen im Jahr geöffnetes Informationszentrum mit freiem Eintritt. Und der Charakter der sehenswerten Halle wird dabei komplett erhalten.
Geplant ist ein Besucher- und Informationszentrum mit einem einladenden Empfangsbereich und ein selbsterklärendes, multimedial aufbereitetes und attraktives Informationsangebot in der Unteren Halle. Letzteres soll aktuell aufbereitete Themen wie Architektur und Baugeschichte des Rathauses, seine Funktion als politischer Entscheidungsort seit dem Mittelalter sowie Ratskeller und den Weinhandel veranschaulichen und in ihrer Vernetzung darlegen. Auf diese Weise wird das Welterbe sichtbarer sowie erlebbarer und entsprechend auch der touristische Zugang erleichtert. Auch sollen künftig die Besuchergruppen vom Informationszentrum aus in ihre Führungen starten, d.h. die touristisch geführten Exkursionen durch das Rathaus (Obere Halle, Güldenkammer, Festsaal), den Ratskeller-Weinhandel sowie durch die Senatskanzlei als Sitz der Landesregierung (Politische Bildung mit Senatssaal) starten dann alle an einem zentralen Ort. Darüber hinaus sind in ehemaligen Büroräumen eine Garderobe, Schließfächer und ein barrierefreies WC vorgesehen, am Empfangsschalter in der Unteren Halle können Eintrittskarten für eine von Bremen Tourismus veranstaltete Rathausführung durch die Obere Halle und den Festsaal gekauft werden.
Die zur Finanzierung des Projekts vom Senat beim Bund beantragten Fördermittel von 1,4 Millionen Euro stehen im Haushalt des Bundes bereit. Damit übernimmt dieser rund 50 Prozent der Kosten für die Umgestaltung der Unteren Rathaushalle als Informationszentrum, für die insgesamt 2,7 Millionen Euro veranschlagt sind.
Im Jahr 2026 erfolgen die Ausschreibungen ("Wettbewerb") um die besten Ideen sowie Planungen und Abstimmungen mit dem Bund. Die Einrichtung des Besucherzentrums soll dann 2026 beginnen, für Ende 2027 ist die Eröffnung geplant. Demzufolge können bis dahin keine Veranstaltungen mehr in der Unteren Halle stattfinden. Für die Zeit danach steht der Senat mit den bisherigen Ausstellern im Dialog, um gemeinsam geeignete und attraktive Plätze als alternative Veranstaltungsorte in der Bremer Innenstadt zu finden.
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Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier auf der Website.