Der Verein zur Förderung des Welterbes Rathaus und Roland in Bremen e.V. lädt ein zum Vortrag des Holzforschers Thomas Eißing (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) am Dienstag, 17. Februar 2026 um 19 Uhr im Haus der Wissenschaft (Sandstraße), der Eintritt ist frei. Der Vortrag ist ein Beitrag des Fördervereins zum Jahresprogramm der Wittheit. Die Wittheit zu Bremen und die Historische Gesellschaft Bremen sind Mitveranstalter.
Holzaltersbestimmung ist das Spezialgebiet des Dendrochronologen. Dr. Thomas Eißing hat 38 »Dendros« dem Dachwerk des alten Bremer Rathauses entnommen. Diese Holzbohrkerne haben ihm allerhand Geschichte(n) erzählt: Über die verschiedenen Bauphasen des alten Rathauses und seine konstruktiven Besonderheiten auch im Vergleich zu anderen Rathäusern in Norddeutschland, über Maßnahmen, die das ursprüngliche Dach aus der Zeit des Ursprungsbaus von 1405 ersetzt, ergänzt, umgeformt und das Gesamtensemble zu einem authentischen Schmuckstück und Denkmal der Weserrenaissance haben wachsen lassen.
Zu den besonderen Ergebnissen der Forschungen zählt, dass der Mittelresalit nicht zur ursprünglichen Planung des grundlegenden Umbaus unter Lüder von Bentheim (1555–1612) zählt, sondern wenige Jahre nach dessen Tod mit dem Einbau der Güldenkammer erfolgte – was zu erheblichen statischen Problemen der Dachkonstruktion führte.
Dr.-Ing. Dipl.-Holzwirt Thomas Eißing ist am Lehrstuhl für Denkmalpflege beschäftigt als Leiter des Labors für Dendrochronologie und Gefügekunde in Bamberg. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises für Hausforschung (AHF) und Voting member Germany IIWC (The Icomos International Wood Committee). Seit 2024 betreut er das DFG-Projekt »Rubiacum« zur Erforschung der Stadtbaugeschichte von Rouffach im Elsass und das DBU-Projekt »Wood4future« zur automatisierten Erfassung der Holzqualität von verbautem Holz.
Nach der Ausbildung zum Schreiner Studium der Holzwirtschaft in Hamburg. Diplomarbeit zur dendrochronologischen Datierung der Wartburg und Aufbau einer Regionalchronologie für Thüringen. 1990-1992 Aufbaustudium Denkmalpflege in Bamberg. Mit dem DFG-Projekt "Gefügekunde und Dendrochronologie" 1993-97 wurde das dendrochronologische Labor der Otto-Friedrich-Universität eingerichtet. Ab 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte. Schwerpunkt: Erfassen, bewerten und dendrochronologische Datierung von historischen Holztragwerken, Fachwerkgebäuden, Tafelgemälden und Skulpturen. 2004 Promotion zum Dr.-Ing. in Berlin mit dem Thema "Kirchendächer in Thüringen und dem südlichen Sachsen-Anhalt. Dendrochronologie – Flößerei – Konstruktion". Neuorganisation der Dendrochronologie in Bayern nach historischen Holztransportwegen im DFG-Projekt "Dendroprovenancing in Bayern" 2005-2011. Seit 2024 DFG-Projekt "Rubiacum" zur Erforschung der Stadtbaugeschichte von Rouffach im Elsass und DBU-Projekt "Wood4future" zur automatisierten Erfassung der Holzqualität von verbautem Holz. Vorsitzender des Arbeitskreises für Hausforschung (AHF) und Voting member Germany IIWC (The Icomos International Wood Committee).