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Die Schaffermahlzeit ist ein besonderes Festmahl in der Oberen Rathaushalle zugunsten der Stiftung Haus Seefahrt . Sie besteht seit über vier Jahrhunderten . Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Mitglieder des Hauses Seefahrt speisen über Stunden nach einem festgelegten Ritual, zu dem auch zahlreiche Redebeiträge gehören.
Zwei Löwen legen ihre Pranken auf das Wappenschild mit dem Bremer Schlüssel und über allem schwebt, mit einem weiteren Schlüssel in der Hand, ein dritter. Die Inschrift unter dem um 1650 geschnitzten und neu eingebauten Portal mahnt lateinisch die Ratsherren, ihre Meinung offen und frei zu äußern, sich dabei aber nicht von ihren Leidenschaften leiten zu lassen.
Hinter dieser Tür lag das erste Versammlungszimmer der "Wittheit", wie der Rat genannt wurde, wenn alle amtierenden und nichtamtierenden Mitglieder gemeinsam tagten. Später war es als "Rhederkammer" der Ort der historischen Bremer Finanzverwaltung.
Siehe auch:
Braunschweiger Collektenkammer-Portal
,
Tafel-Portal
,
Wittheitsstuben-Portal
Willkommen im Senatssaal, dem Sitzungszimmer des Senats der Freien Hansestadt Bremen, dem Herzstück bremischer Exekutive. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters (m/w/d) tagen hier die von der Bürgerschaft gewählten Mitglieder der Landesregierung.
Für die Decke über ihren Köpfen entwarf der Architekt Gabriel von Seidl für den Stuck des Deckenschmucks die vier Jahreszeiten. Sie sind als Symbole für ewige Wiederkehr und göttliche Schöpfung anzusehen. Im übertragenen Sinne schauen sie von dort auf die Senatsmitglieder herab, weil deren Entscheidungen allein vom Gedanken an Dauerhaftigkeit und im Bewusstsein des Wohles der Bremer Allgemeinheit getragen sein sollen.
Im Teppich zu den Füßen der Regierung windet sich eine blühende Ranke durch zwei einander abwechselnde Motivfelder. Sie zeigen die gewürfelt dargestellten bremischen Farben Weiß und Rot und einen gotischen Schlüssel (mit vierpassiger Reite), so wie ihn die Stadt seit 1366 im Wappen führt. Das Symbol des Schlüssels ist der Bezug zum Heiligen Petrus als Patron des Bremer Doms. Zur Unterscheidung vom erzbischöflichen Wappen mit zwei gekreuzten Schlüsseln, zeigt die Stadt nur einen Schlüssel (mit nach oben gewendetem Bart).
Die Raumwirkung des Saales ist im Wesentlichen noch dieselbe, die er bei der Einweihung des Neuen Rathauses im Jahr 1913 hatte. Dies mag wegen seiner vom Architekten Gabriel von Seidl vorgesehenen und nahezu durchgängigen Nutzung als Sitzungszimmer des Senats nicht verwundern, doch ist es angesichts eines radikalen Bruchs in der NS-Zeit keinesfalls selbstverständlich: 1939 hatte der "Regierende Bürgermeister" und ranghohe SA-Führer Heinrich Böhmcker (1896–1944) den nach Abschaffung der demokratischen Verfassung 1933 politisch bedeutungslos gewordenen Raum als sein Dienstzimmer einrichten lassen. Glücklicherweise nahm der als brutaler Schläger bekannt gewordene Böhmcker außer dem Austausch des Mobiliars und Zimmerschmucks (mit "Führerbild", metallenem Schmuck- Globus u.a.) nur zwei gravierende Veränderungen vor. Er ließ die vier Kristallleuchter zugunsten einer neu angefertigten Bürobeleuchtung abnehmen, und im gleichen Zuge verschwand auch die große zentrale Sonne (u.a. zugunsten neuer Elektroleitungen) aus der Stuckdecke. Beide Maßnahmen ließen sich nach Ende der NS -Diktatur kurzfristig rückgängig machen. Gar nicht erst zur Umsetzung gelangte Böhmckers Idee, das äußere Türportal zu verändern.
Und so blieben die fünf vergoldeten Großbuchstaben "SENAT" unberührt. Doch faktisch prangten sie dort von 1933 bis 1945 inhaltsleer und damit im Grunde wie zum Hohn der durch Jahrhunderte mühsam verteidigten bremischen Freiheiten. Was für jede einzelne religiös oder politisch verfolgte Person galt, das galt auch für jedes Gemeinwesen vom Dorf bis zum besetzten
europäischen Flächenstaat: im Zugriffsbereich des menschenverachtenden NS - Systems und seinen millionenfach mordenden Vertretern gab es keinen sicheren Ort.
Siehe auch:
Kaiserbildnisse
Das Rathaus ist Sitz des Präsidenten des Senats, des Regierungschefs des Bundeslandes Freie Hansestadt Bremen, bestehend aus den Städten Bremen und Bremerhaven.
Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Hansestadt sind die Bremer Stadtmusikanten. 1819 schickten die Brüder Grimm vier Tiere auf die Reisen in die Hansestadt, die als Bremer Stadtmusikanten berühmt wurden.
Obwohl sie nie in Bremen ankamen, sondern auf ihrem Weg in die Hansestadt eine Räuberbande aus ihrem Haus vertrieben und dort blieben, erinnert eine Bronzestatue von Gerhard Marcks seit 1953 an das beliebte Märchen. Gemeinsam, mit Mut und festen Zusammenhalt das fast unmögliche schaffen, davon erzählt das Märchen der tierischen Freunde.
An der etwa 2 Meter hohen Bronzestaue, die an der westlichen Seite des Bremer Rathauses steht, versammeln sich täglich Besucher:innen aus aller Welt. Esel, Hund, Katze und Hahn zu berühren soll Glück bringen.
"Zieh lieber mit uns fort nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall", lautet einer der berühmtesten Sätze aus dem Märchen. Bremen der Startpunkt für viele, die in die neue Welt auswandern wollten um dort ein besseres Leben zu führen und ihr Glück zu finden.
Heute steht das tierische Quartett für Bremen wie die Weser, der Dom, das Rathaus und der Hafen.
Das Erste Obergeschoss des Neuen Rathauses wird im Alltag häufig auch "Marmoretage" genannt. Der Grund dafür ist der schwarz-weiß-rotbraun gemusterte Marmorbodenbelag, der vom Festtreppenhaus links herum bis zum Kaminsaal führt. Besonders treffend ist der Begriff für die dazwischen gelegene "Obere Wandelhalle", denn an ihrer Ostwand und ebenfalls aus Marmor geschaffen steht eines der bedeutendsten Kunstwerke des Rathauses: die von Carl Steinhäuser geschaffene Statue des Bremer Bürgermeisters Johann Smidt.
Steinhäuser wurde 1813 in Bremen geboren und verließ nach einer Lehre die Stadt für die Aufnahme an der Königlich Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Von 1835 an lebte und arbeitete er in Rom, wo er 1847 im Auftrag von Mitgliedern von Senat und Bürgerschaft die Arbeit an der Marmorstatue zur Ehrung Johann Smidts begann.
Der in Bremen als Sohn des Pastors von St. Stephani 1773 geborene Smidt gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. Im Alter von nur 27 Jahren war er 1800 in den Senat gewählt worden und hatte sich vor allem der bremischen Außenpolitik gewidmet. Dass die Hansestädte nach Ende der französischen Besetzung und Eingliederung ins napoleonische Kaiserreich mit Gründung des Deutschen Bundes 1815 ihre vormalige Selbstständigkeit behaupten konnten, war auch seinem Verhandlungsgeschick zu danken. Smidts enormes strategisches Talent zeigte sich ebenso im Vorfeld der 1827 erfolgten Gründung Bremerhavens.
Doch bei aller staatsmännischer Weitsicht agierte Smidt auf anderen politischen Feldern vielfach rückwärts gewandt. Er verteidigte die seit Jahrhunderten hergebrachte Ordnung der Stadt mit allen Mitteln und erreichte nach dem Scheitern der Deutschen Revolution von 1848/49, dass die junge demokratische Verfassung Bremens zurückgenommen wurde. Auch in religiöser Hinsicht hatte Smidt klare Vorstellungen: Der studierte Theologe war ein strenger Verfechter der kirchlichen Einheit Bremens als rein evangelisch-reformierte Stadt. Erst von 1807 an erhielten einige Katholiken Zugang zum Bürgerrecht und erst die Verfassungen 1848/54 schufen die Möglichkeit, dass auch Juden bremische Staatsbürger werden konnten. Deren Ansiedlung im bremischen Stadtgebiet hatte Smidt zuvor immer wieder zu verhindern gewusst – und damit liberale Kräfte vor den Kopf gestoßen. Unter dem Titel "Verehrung und Distanz – Bremens Andenken an Bürgermeister Johann Smidt" veranstalteten das Staatsarchiv und die Historische Gesellschaft Bremens anlässlich des 150. Todestages 2007 eine Fachtagung, um in deren Rahmen die Folgen seines Wirkens für Bremen und die Schwesterstädte Hamburg und Lübeck während der Zeit des Deutschen Bundes in den Blick zu nehmen (die Beiträge sind nachzulesen im "Bremischen Jahrbuch", Band 87 [2008] und ebenso online in den "Digitalen Sammlungen" der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen).
Smidt gehörte mehr als 50 Jahre dem Senat an und hatte am Ende viele Gegner in der Stadt. Aber trotz aller Opposition gegen ihn kam es 1846 dennoch zu dem erwähnten Beschluss, dass Carl Steinhäuser ein Standbild Smidts für das Rathaus schaffen solle. Die fertige Statue erreichte Bremen drei Jahre später. Da sich der Geehrte eine Aufstellung zu seinen Lebzeiten verbeten hatte, lagerte sein marmornes Abbild weiter in einer Kiste. Smidt verstarb am 7. Mai 1857. Drei Jahre später erfolgte am 5. November 1860, Smidts Geburtstag, die feierliche Enthüllung und Präsentation von Steinhäusers hervorragender Arbeit in Carrara-Marmor.
Siehe auch:
Wandelhalle
Der Zahn der Zeit aber macht auch vor dem Rathaus nicht Halt.
Immer wieder muss erhalten und ausgebessert werden.
Die Mittel dafür sind knapp aber mit einer Patenschaft für einen Stuhl können Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen helfen.
Mehr Informationen finden Sie hier:
https://www.welterbe.bremen.de/unterstuetzen-1477