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  • Bürgermeister

    Ein Bürgermeister steht an der Spitze einer Stadt oder Gemeinde und ihrer Einwohner.

  • Bronzebüste "Karl Carstens"

    Neben den Reichs- und Bundespräsidenten Ebert und Heuss darf der Bremer Karl Carstens nicht fehlen. Seine Bronzebüste schuf der Bildhauer Ernemann Sander 2003 nach einem Gipsabdruck seines eigenen Werkes.

    Carstens kam 1914 unweit des Bürgerparks in der Fitgerstraße zur Welt und besuchte später das Alte Gymnasium. Nach Jurastudium, Referendariat, Promotion und Kriegsdienst bei der Flugabwehr arbeitete er von 1945 an als Anwalt in Bremen und wurde 1949 Berater des Senats und Bevollmächtigter beim Bund. 1954 wechselte er in den diplomatischen Dienst und wurde als Fachmann für Europafragen im Auswärtigen Amt 1960 zum Staatssekretär und Stellvertreter des Bundesaußenministers ernannt. Parallel dazu lehrte Carstens 1960–73 Staats- und Völkerrecht als ordentlicher Professor der Universität Köln. Seit 1972 gehörte Carstens der CDU-Fraktion des Bundestags an und hatte von 1973 bis zu seiner Wahl zum Bundestagspräsidenten 1976 deren Vorsitz inne. 1979 wurde Carstens fünfter Präsident der Bundesrepublik (bis 1982) und galt wegen seiner auch öffentlich praktizierten Wanderlust als volksnaher "Wanderpräsident".

    Außer seiner Zeit als Bremens Bevollmächtigter beim Bund hatte Carstens 1945–47 als Berater und Mitarbeiter des Bremer Bürgermeisters und Justizsenators Theodor Spitta bei der Ausarbeitung der Bremer Verfassung mitgewirkt und Bürgermeister Kaisen 1950 in den USA bei den Verhandlungen zur Wiederzulassung des deutschen Schiffbaus unterstützt. Carstens verstarb 1992 und wurde auf dem Riensberger Friedhof beigesetzt.

    Carstens war drei Jahrzehnte jünger als sein erster Vorgänger im Amt des Bundespräsidenten und 19 Jahre alt, als 1933 zu Beginn der NS-Zeit Theodor Heuss' Bücher öffentlich verbrannt wurden. Während der Ältere in der Diktatur kaltgestellt und zum Wegducken verdammt war, musste der Jüngere Studium und Kriegseinsatz im offenen Blickfeld der Zwangsideologie absolvieren. Wie genau er sich dabei zum NS-System verhielt, ist unterschiedlich bewertet worden.

  • Bronzebüste "Theodor Heuss"

    1949 wurde Theodor Heuss zum ersten Präsidenten der Bundesrepublik gewählt und blieb es bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit 1959. Wenige Tage nach Heuss' Tod am 12. September 1963 beschloss der Senat, dem Verstorbenen im Bremer Rathaus dauerhaft ein ehrendes Andenken einzurichten. Die Wahl fiel 1965 auf diese von Gerhard Marcks geschaffene Bronzebüste.

    Dass der Präsident bundesweit nicht ganz unbeliebt gewesen sein kann, davon zeugt allein sein volksmundlicher Name "Papa Heuss", und wenn er sich dem Land Bremen gegenüber als sehr zugeneigt zeigte, dann dürfte es vor allem an seiner freundschaftlichen Verbindung zu Bürgermeister Wilhelm Kaisen gelegen haben. Als einer der wenigen Ausnahmefälle von der traditionellen Regel, dass die "Stiftung Haus Seefahrt" Auswärtige je nur einmal zur Schaffermahlzeit lädt, war Heuss zweimal Ehrengast (1952 und 1955).

    1884 im württembergischen Brackenheim geboren, studierte Heuss nach dem Abitur in Heilbronn in München und Berlin u.a. National-ökonomie (heute: Volkswirtschaftslehre), Philosophie und Kunstgeschichte. Schon als Schüler hatte er sich für die Lehre und Arbeit des Theologen und liberalen Politikers Friedrich Naumann (1860–1919) begeistert und engagierte sich später in vielen von dessen publizistischen, kulturellen und politischen Initiativen. Heuss war in den 1920er Jahren zumeist gleichzeitig als Reichstagsabgeordneter, Publizist, Journalist Ωund Verbandsfunktionär aktiv (Deutscher Werkbund, Schutzverband deutscher Schriftsteller). Seit 1930 bekämpfte er mit Reden, Vorträgen und Schriften den erstarkenden Nationalsozialismus und besonders dessen Anführer, Adolf Hitler. Als dieser 1933 an die Macht kam, musste Heuss fast alle Tätigkeiten aufgeben und konnte sich nur noch in Nischen und, wenn überhaupt, unkritisch der NS-Ideologie gegenüber äußern. Auch das sozial-politische und christliche Engagement seiner Frau Elly Heuss-Knapp (1881–1952) war in der NS-Zeit unmöglich. Sie hielt die Familie wirtschaftlich mit der Produktion von Werbetexten (und Radiospots sowie Jingles) über Wasser (u.a. für "Nivea" und Kaffee Hag mit der Marke "Kaba, der Plantagentrank").

    Nach dem Ende der NS-Zeit erhielt Theodor Heuss von der US-Militärregierung die Lizenz für die "Rhein-Neckar-Zeitung" und engagierte sich zusammen mit seiner Frau erneut und sehr aktiv für liberale Politik (DVP/FDP). 1948 wurde er zu einem maßgeblichen Mitglied des Parlamentarischen Rats zur Ausarbeitung des Grundgesetzes und legte mit seiner Wahl zum Bundespräsidenten 1949 das Amt des FDP-Bundesvorsitzenden nieder.

  • Bronzerelief "Fritz Schumacher"

    Einige Wochen vor seiner Enthüllung am 25. November 1952 war dieses Bronzerelief zu Ehren eines der bedeutendsten deutschen Städteplaners, Architekten und Publizisten seiner Zeit noch einmal Thema einer Senatssitzung. Bürgermeister Kaisen meinte, es könne doch sehr stimmig in einem späteren Neubau der Bauverwaltung hängen. Doch dazu kam es nicht, und bis heute gibt es gute Gründe, dass das Relief zu Ehren des in Bremen geborenen Fritz Schumachers weiter im Rathaus hängt – zum Beispiel die Künstlerin: Clara Rilke-Westhoff (1878–1954) ist eine der wenigen Frauen, die zur künstlerischen Ausstattung des Rathauses beitrugen, denn zu ihren Lebzeiten war es fast nur Männern möglich, ihr Leben der Kunst widmen zu können. Neun Jahre jünger als der von ihr dargestellte Schumacher, ist sie wie dieser in Bremen geboren und anschließend zur Ausbildung nach München gegangen. Sie, um sich zur Malerin ausbilden zu lassen, und er für den Besuch der Technischen Hochschule. 1896 schloss Schumacher dort sein Architekturstudium ab. Er begann seine erste Anstellung im Münchener Büro seines frühen Förderers Gabriel von Seidl und wechselte dann ins Stadtbauamt nach Leipzig. 1901 wurde er Professor an der TU Dresden und wurde 1909 Baudirektor in Hamburg.

    Nach ihrer Münchener Zeit hatte sich Clara Rilke-Westhoff zu einer der frühen deutschen Bildhauerinnen entwickelt und war Teil der Künstlerkolonie Worpswede geworden. 1919 siedelte sie gemeinsam mit ihrer Tochter nach Fischerhude über. Zu dieser Zeit galt Fritz Schumacher bereits als Koryphäe seines Fachs und stand vor einem dreijährigen Engagement der Stadt Köln. Von 1923 an wirkte er als Oberbaudirektor erneut in Hamburg, bis er 1933 von der NS-Verwaltung zwangsweise in den Ruhestand versetzt wurde. Schumachers Verbindung zu seiner Heimatstadt war nie abgerissen. Nach Gewinn eines Architektenwettbewerbs hatte er 1908 dort das monumentale (nicht mehr erhaltene) Franzius-Denkmal am Ende der Wachtstraße gebaut, aber im selben Jahr für den Bau des Neuen Rathauses das Nachsehen gegen seinen früheren Lehrer von Seidl. In den 1920er Jahren beriet Schumacher Bremen häufig in planerischen Fragen – seinen eigenen Aussagen nach meist als Verhinderer starker Eingriffe in die bestehende Stadtstruktur. So warnte er vehement vor einer Durchbruchstraße entlang der Bischofsnadel und stellte sich gegen übergroße Bauvorhaben in den Wallanlagen. 1947 verstarb Schumacher hochgeehrt in Hamburg.

    Aus Anlass einer Städtebautagung in Bremen wurde 1949 eine posthume Würdigung Schumachers durch die Stadt beschlossen. Der Auftrag ging in erfahrene Hände nach Fischerhude, wo Clara Rilke-Westhoff weiterhin in ihrem Wohnhaus mit Atelier lebte und sich als Bildhauerin und dann auch als Malerin einen Namen gemacht hatte.

  • Bronzeskulptur "Die Schiffahrt"

    Mit ihren mehr als 20.000 Beschäftigten und über 100 Schiffen beheimatete Bremen bis zum Ersten Weltkrieg (1914–18) eine der größten Schifffahrtsgesellschaften der Welt: den 1857 gegründeten Norddeutschen Lloyd.

    Zur Ausgestaltung des Neuen Rathauses schenkte die Reederei der Stadt im Jahr 1912 diese Bronzeskulptur. Damit alle gleich sehen, von wem sie stammt, hatte der Bildhauer Fritz Behn mittig das Unternehmenssignet verarbeitet. An der gegenüberliegenden Stelle der Rückseite modellierte er einen Bremer Schlüssel.

    Behns Werk heißt "Die Schiffahrt", aber es war zunächst auch der Titel "Die Weser" im Umlauf (und ebenso deren lateinische Bezeichnung "Visurgis"). Beide deutschen Namen sind weiblich wie die bis auf eine Perlenkette unbekleidete Figur auf dem Rücken des kräftigen Fischwesens. Dort sitzt sie ganz ruhig und bequem. Somit kann sie ungefährdet von den Wellen in die Ferne spähen und das Kunstwerk als Sinnbild für "sichere Schifffahrt" gelten. An den vier Ecken des Sockels hat der Künstler seine Vorstellungen von Meeres- und Windgöttern dargestellt.

    Sowohl die "Weser-Zeitung" wie auch die "Bremer Nachrichten" berichteten Anfang 1913 zur NDL-Schenkung zwei Details aus der Vita des Künstlers, dass nämlich der in München lebende "Prof. Behn" eigentlich ein "Lübecker Kind" sei und außerdem "der Sohn eines Senators unserer Schwesterstadt".

  • die Freiheit

    Freiheit bedeutet, dass ein Mensch tun kann, was er will. Schon seit dem Altertum streiten die Menschen sich, was mit dem Wort „Freiheit“ eigentlich gemeint ist. Sie haben sich auch gefragt, ob Freiheit für alle Menschen gelten soll oder nur für einige. Die Idee der Menschenrechte sagt, dass die Menschen frei sein sollen. Diese Freiheit bedeutet: Man darf selbst entscheiden, was man sagt, wo man wohnt, welchen Beruf man wählt, ob man an Gott glaubt und so weiter.

  • Die Rudolf-Alexander-Schröder Bibliothek

    Das kleine Bibliothekszimmer in der 2. Etage ist ein fast verborgener Schatz im schönen Bremer Rathaus, denn Führungen beschränken sich zumeist auf die erste Etage. Rudolf Alexander Schröder würde seine reine Freude an diesem Zimmer haben. Der Raum ist mit Möbeln ausgestattet, die der in Bremen geborene Architekt, Dichter und Designer einst für ein Bibliothekszimmer entwarf. Es sind schöne Vitrinen aus feinstem Kuba-Mahagoni, Regale und Schränke mit Schaukästen, die in den Jahren 1908 und 1909 von den Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk in Bremen für einen Privatmann gefertigt wurden.

  • drei Pionieren

    Pioniere sind Menschen, die etwas zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit machen.

  • Eigene Armee

    Eine Armee ist eine große Gruppe von Soldaten. Das sind Menschen mit Waffen, die meist ein Land verteidigen sollen.

  • Euro

    Der Euro ist eine Währung, also eine Art von Geld, die in der Europäischen Union benutzt wird. Zwanzig EU-Länder haben den Euro als Währung. Der Euro ist keine Währung eines bestimmten Landes, sondern wurde von der EU erfunden, damit man bei Reisen in andere Länder nicht immer Geld umtauschen muss. Vorher hatte nämlich jedes Land seine eigene Währung. In Deutschland gab es die Deutsche Mark, in Österreich zahlte man mit dem Schilling.


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Rathaus Bremen · Jonas Ginter