Sie sind hier:

A-Z Index

Wählen Sie einen Anfangsbuchstaben, um die Liste der Glossareinträge entsprechend einzuschränken.

Gesamtliste der Glossareinträge

Anzahl der Glossareinträge: 61 - 70 von (94)
Seite
Einträge pro Seite

  • Neues Rathaus

    1903 wird ein Wettbewerb für einen Erweiterungsbau ausgeschrieben - dem Senat fehlen für gewachsene Aufgaben geeignete Räume. Alt- und Neubau sollen sich jedoch zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen - keine leichte Aufgabe für einen Architekten. Gabriel von Seidl erhält 1906 den Auftrag und entwirft ein Haus, das den Vorgaben und Ansprüchen des Senats hervorragend gerecht wird. Ihm gelingt es, dem mittelalterlichen Hallenbau die Dominanz zu lassen, Altes und Neues in einen wunderbaren Einklang zu bringen. Behutsam ordnet er den dreimal so großen Neubau dem Altbau unter, verzichtet auf üppige ornamentale Ausstattung. Dezent und verhalten wirkt der Fassadenschmuck, nur sparsam werden einzelne Elemente hervorgehoben. Die Nordfassade erhält eine zweigeschossige, hervorspringende Fenstergruppe mit einem schwungvollen Giebel. Die neuen Dächer werden tiefer gelegt als das alte Kupferdach.
    Siehe auch: Altes Rathaus , Gabriel von Seidl

  • Obere Rathaushalle

    Sie heißt schlicht: Die Obere Halle. Der profane Name verbirgt zunächst, dass es sich hier um Bremens schönsten, repräsentativsten Festsaal handelt. Jahrhunderte lang tagte hier der Rat der Stadt. Hier wurden Entscheidungen zum Wohle der Stadt getroffen, Verträge geschlossen, Recht gesprochen und Abgesandte anderer Länder empfangen. Die prachtvoll ausgestattete Obere Rathaushalle – schlicht Obere Halle genannt – ist Bremens schönster und repräsentativster Raum. Die Obere Halle strahlt eine beeindruckende feierliche Würde aus. Was auch immer die Faszination begründet: Dieser einzigartige Raum , einst von dem Dichter Rudolf Alexander Schröder als Heiligtum bremischen Bürgerstolzes bezeichnet, sucht seinesgleichen.
    Siehe auch: Güldenkammer - außen , Güldenkammer - innen , Orlogschiffe

  • Orlogschiff - Bremer Wappen 1750

    Sollte es sich um einen verkleinerten Nachbau einer einmal wirklich vom Stapel gelaufenen und gefahrenen Fregatte entstanden sein, dann ist deren Name vergessen. Die Bezeichnung des Modells als "Bremer Wappen 1750" leitet sich ab vom Bremer Schlüssel und der Jahreszahl "1750" in dem von zwei Löwen gehaltenen Wappen, das am unteren Teil des Heckspiegels zu sehen ist. Das Schiff ist schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts im Bremer Rathaus belegt und war wie "De grote Jung" 1900 in der Deutschen Schifffahrts-Ausstellung im Rahmen der Pariser Weltausstellung zu sehen. Das Schiff hat insgesamt 62 Kanonen an Bord und am Vordersteven unter dem Bugspriet einen aufrecht stehenden Krieger mit einer Lanze in der linken Hand. Sie ersetzt ein Kurzschwert, das eigentlich zu dem Mann gehörte, ihm aber im Laufe der Zeiten abhanden gekommen ist.
    Siehe auch: Orlogschiff - De grote Jung (1779) , Orlogschiffe , Orlogschiff - Das Älteste , Orlogschiff - Die Johan Swarting

  • Orlogschiff - Das Älteste

    Drittes Orlogschiff Das Älteste wird dies Modell genannt. 1876 wurde es vom alten Seefahrtshof der Stiftung Haus
    Seefahrt aus der Hutfilterstraße zusammen mit der Johann Swarting unentgeltlich dem Staat überlassen und ins Rathaus gebracht.

    Die größeren seiner 34 Kanonen sind aus Bronze und wurden in früheren Zeiten zu Schauzwecken geladen und abgefeuert. Am Heck des Schiffes fällt eine Figur auf. Es ist der Fahnenschwinger und zugleich das letzte verbliebene Besatzungsmitglied an
    Bord. Vor 1969 sind noch vier weitere Seeleute belegt, aber sie gingen seither unter nicht genau geklärten Umständen verloren.

    Das Älteste ist nicht datiert und könnte seiner Bauart nach frühestens aus dem späten 16. Jahrhundert stammen. Schiffsmodelle mit Figuren als Besatzung sind im Schütting jedenfalls bereits um 1600 belegt.
    Siehe auch: Orlogschiff - De grote Jung (1779) , Orlogschiffe , Orlogschiff - Bremer Wappen 1750 , Orlogschiff - Die Johan Swarting

  • Orlogschiff - De grote Jung (1779)

    Das ganz im Westen der Halle hängende Modell stammt aus dem Nachlass des Bremer Architekten Johann Georg Poppe (1837–1915), war aber bereits 1893 in die Obere Halle gelangt. Das schiffbaulich sehr gut gearbeitete Spantenmodell mit Bremer Speckflagge zeigt den Typ eines französischen oder englischen Linienschiffs des 18. Jahrhunderts und wurde 1900 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt. Seine Bewaffnung umfasst insgesamt 88 Kanonen und eine wehrhaft mit Lanze und Wappenschild dargestellte Brema als Galionsfigur.
    Siehe auch: Orlogschiffe , Orlogschiff - Bremer Wappen 1750 , Orlogschiff - Das Älteste , Orlogschiff - Die Johan Swarting

  • Orlogschiff - Die Johan Swarting

    Viertes Orlogschiff Die Johan Swarting verdankt ihren Namen und ihre Datierung Anno 1650 der Inschrift am Heckspiegel des Schiffes. Dort prangt mit dem Doppeladler auch das Wappen der bremischen Kaufmannschaft, das die Handelskammer bei ihrer Einrichtung 1849 übernommen hat und das auch groß über dem Portal der Schüttingfassade zu sehen ist.

    Vermutlich hatte die Johann Swarting ursprünglich im Haus Haus Schütting gehangen, bevor sie in den Seefahrtshof an der Hutfilterstraße gelangte. 1876 kam sie durch Schenkung in die Obere Halle. Dort ist sie mit ihren 4,40 Metern das längste der vier Schiffe. Ihr Rumpf ist nicht als Spantenbau, sondern aus massivem Eichenholz als Klotzmodell gebaut.
    Das gibt dem Schiff mehr Festigkeit und ermöglicht es, dass die unmaßstäblich großen Kanonen zu besonderen Festanlässen tatsächlich geladen und abgefeuert werden konnten.
    Siehe auch: Orlogschiff - Das Älteste , Orlogschiff - De grote Jung (1779) , Orlogschiffe , Orlogschiff - Die Johan Swarting , Orlogschiff - Bremer Wappen 1750

  • Orlogschiffe

    Unter den vielen Kunstwerken und stadtgeschichtlich bedeutsamen Objekten der Oberen Rathaushalle ragen die vier in einer Linie hängenden Schiffsmodelle sowohl als Ensemble wie als einzelne Blickfänge besonders hervor. Die beiden östlichen sind deutlich älter als die zwei anderen und stammen ursprünglich aus dem Haus Schütting. Alle vier haben Kanonen an Bord und werden Orlogschiffe genannt – Oorlog ist das niederländische Wort für Krieg. Zum Schutz ihrer Handelsflotte organisierten die Hansestädte immer wieder militärisch bewaffnete Begleitschiffe. Alle vier Modelle wurden im Laufe der Zeit mehrfach restauriert und 1942 zum Schutz vor Zerstörung während der Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs ins Bremer Umland ausgelagert.
    Siehe auch: Orlogschiff - De grote Jung (1779) , Orlogschiff - Bremer Wappen 1750 , Orlogschiff - Das Älteste , Orlogschiff - Die Johan Swarting , Obere Rathaushalle

  • Rathaus

    Rathaus nennt man das Haus, in dem die Politiker und Mitarbeiter einer Stadt oder Gemeinde "Politik machen" und arbeiten. Hier trifft sich der Stadtrat oder Rat, das heißt die Volksvertretung der Stadt. So ein Parlament entscheidet über die wichtigsten Dinge in der Stadt. Außerdem arbeiten dort der Bürgermeister und die Verwaltung: der Chef der Stadt und seine Mitarbeiter.

  • Ratskeller

    Der Ratskeller ist das "köstliche Fundament" des gotischen Rathauses. Seit 1405 wird hier Wein ausgeschenkt. Heute können die Besucherinnen und Besucher aus rund 600 verschiedenen Weinen wählen, die ausnahmslos aus deutschen Weinbaugebieten stammen.

    Handel und Seefahrt haben die Hansestadt Bremen entscheidend geprägt:
    Es waren Bremer Kaufleute, die hier im Schnittpunkt der wichtigsten Handelsstraßen vom Rhein zur Ostsee und von der Weser zur Nordsee die Geschicke dieser Stadt bestimmt haben. In diesem Zusammenhang steht der Aufstieg Bremens zu einer – wenn auch heimlichen – Wein- Metropole in Deutschland. Die einzigartige Bedeutung des Ratskellers ist ohne seine wechselhafte Geschichte, die sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, nicht zu verstehen.

    Vom Weinkeller zum Ratskeller
    Sein Name hat oft gewechselt, vom "Weinkeller" zum "Stadtweinkeller" und "Ratsweinkeller" bis hin zum "Ratskeller"; sein Ruhm, eines der ehrwürdigsten und besten deutschen Weinhandelshäuser zu sein, ist in den Jahrzehnten seines Bestehens ständig gewachsen. Heute beherbergt der Ratskeller sowohl den Ratskeller-Weinverkauf als auch einen gastronomischen Betrieb in den ehrwürdigen Hallen im Keller des Bremer Rathauses.

    Prunkvolle, riesige alte Weinfässer mit üppigen Schnitzereien geben dem Hauptraum eine unverwechselbare Atmosphäre. Das älteste stammt aus dem Jahr 1723. Man sitzt an zünftigen, langen Holztischen, ordert "einen Schoppen" oder wählt aus der 60seitigen Weinkarte. Wer es intimer mag, lässt sich seinen Wein oder ein gutes Essen in einer der "Priölken" servieren - das sind kleine, halbrunde Zimmerchen, die um 1600 entstanden und einst mit Öfen gewärmt wurden.

    Im sogenannten Hauff-Keller ließ sich der Dichter Wilhelm Hauff 1827 zu seiner bekannten Weinnovelle "Phantasien im Bremer Ratskeller" hinreißen. Diese haben, vermutlich unter Einfluss eines guten Tropfens, den Maler Max Slevogt zu den humorvollen Fresken angeregt, die noch heute hier die Wände schmücken. Der Hauffkeller wie auch der Bacchuskeller wurden 1620 zunächst als Weinlager gebaut, sind inzwischen aber für die Gäste geöffnet.

    Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten:
    - Ratskeller Weinverkauf: https://www.ratskeller.de/
    - Ratskeller Gastronomie: https://www.ratskeller-bremen.de/wir/
    Siehe auch: Bacchuskeller , Hauffkeller , Wilhelm Hauff

  • Roland

    Das bremische Symbol für Freiheit

    Die Rolandsstatue vor dem historischen Rathaus gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen von Bremen. Mit einer Höhe von mehr als 10 Metern ist der Ritter auf dem Marktplatz die größte freistehende Statue des deutschen Mittelalters und gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe.

    Der im Jahre 1404 errichtet steinerne Bremer Roland, ist eine der ältesten und repräsentativsten Rolandstatuen, die einst als Symbol für Freiheit und Marktrecht auf Marktplätzen in Mitteleuropa errichtet wurden. Sie nimmt Bezug auf eine historische Persönlichkeit, nämlich einen Paladin (Begleiter) von Kaiser Karl dem Großen. Der Roland in Bremen soll deutlich machen: Der Kaiser ist Gründer der Stadt, er hat ihr Rechte und Privilegien verliehen.

    Die ca. 5,5 Meter hohe Figur steht auf einem 60 Zentimeter hohen, gestuften Podest. Im Rücken wird sie von einem Pfeiler gestützt, der von einem gotisch ornamentierten Baldachin gekrönt wird. So erreicht das Denkmal eine Gesamthöhe von 10,21 Metern und ist damit die größte freistehende Statue des deutschen Mittelalters.

    Roland und Rathaus in Bremen sind Welterbe der Menschheit, weil sie als außergewöhnliches Zeugnis für bürgerliche Autonomie und Souveränität stehen, wie sie im Laufe von Jahrhunderten in Europa entstanden. Und sie reflektieren in ihrer Symbolik bis heute den eigenständigen Status des Stadtstaates Bremen.


Seite
Einträge pro Seite
Rathaus Bremen · Jonas Ginter